26.06.2019 Projektwoche in der Lilli-Jahn Schule

Ich wurde durch meine Anwesenheit beim Sommerfest des Tierpark Sababurg von einer Lehrerin angesprochen, die mich recht spontan in ihre Grundschulklasse einlud. Diese Klasse der Lilli-Jahn-Schule in Immenhausen hatte gerade eine Projektwoche mit dem Titel „Auf den Spuren der Bücher“. Und eine echte Autorin zu Besuch zu haben, die die Entstehung von Bücher erzählt, schien eine ganz besondere Ergänzung zu sein. Gerne stimmte ich zu und nur wenige Tage danach stellte ich mich vor.

Bericht über den kleinen Vortrag in der Lilli-Jahn-Schule:

Ich kam in der ersten Schulstunde dazu und war von der Schule gleich
beeindruckt. Die Schüler durften Kinder sein und doch gingen sie in einer
ruhigen Disziplin in die Klasse, wie sie mir in meiner Schulzeit nie
begegnet ist. Es war schön, der Klassenlehrerin dabei zuzusehen, wie sie
die Kinder in den neuen Tag begleitete und sie darin förderte, die Stunde
selbstständig mitzugestalten. Nachdem sie die Kinder begrüßt hatte, stellte
sie mich mit ein paar Worten vor und ich begrüßte die Kinder.

Um den Kindern nicht nur einen trockenen Votrag zu halten, hatte ich ein
oaar Dinge mitgebracht, die ich nun an die Tafel stellte: Ein Kissen, ein
Manuskript, Zeichnungen, einen Probedruck, ein Buch und einen Flyer.
Dann begann ich den Weg eines Buches zu erklären. Ich begann mit dem
Kissen, das für die Idee stehen sollte, die am Anfang jeden Buches steht.
Die Kinder durften hier auch eigene Ideen/Träume erzählen, damit sie 
vielleicht verstehen, dass sie die Geschichten, aus denen dereinst Bücher
werden können, schon in sich tragen. Anschließend zeigte ich das 
Manuskript, zu dem die Idee geworden war. Auch, wenn die Kinder das noch
nicht wirklich lesen konnten, verstanden sie meiner Meinung nach doch,
was es bedeutete. Ich wies sie auf die Klammern hin, die meine Manuskripte
haben und die Kinder erkannten, dass jede dieser Klammern für ein Bild
steht. Also breitete ich danach die Bilder von dem Märchen, das ich dabei
hatte, aus und betrachteten sie. Eines der Kinder war ganz überrascht, dass
es seiner eigenen Art zu Zeichnen ja gar nicht so unähnlich war.
Dann zeichte ich den Probedruck, in dem Text und Illustrationen schon
in einen ersten Einklang gebracht wurden und zeigte eine Seite, in der ich
noch viel berrichtigt hatte. Ein Probedruck, so erklärte ich, soll bei den
letzten Feinabstimmungen helfen. Und dann zeigte ich das schlussendliche
Buch. Natürlich wies ich die Kinder auch anfänglich darauf hin, dass der
Prozess der Buchentstehung nicht immer genau gleich ist, und dass in einem
normalen Fall mehrere Leute daran beteiligt sind.

Nachdem ich das Buch gezeigt hatte, wies ich die Kinder darauf hin, dass
ja noch niemand davon wüsste, dass es dieses Buch überhaupt gibt. Und ich
erklärte anhand meines Flyers, dass Werbung auch ein Bestandteil eines
Buches sei. Daraufhin überlegten die Kinder, woher man denn Bücher bekommen
könnte und es kamen Bibliotheken und Büchereien. Dann kam auch bald das
Internet. Und schließlich fügte ich noch hinzu, dass es auch Märkte gäbe,
auf denen man Bücher finden könnte. Ich erzählte ihnen von meinem Besuch bei
dem Tierpark Sababurg vom letzten Wochenende und zeigte ihnen die Gewandung,
die ich mitgebracht hatte. Ich zog es auf den Wunsch der Kinder über und
wurde zu der Märchenerzählerin. Dann fragte ich sie, ob ich ihnen denn das
Märchen, über das sie so viel gehört hatten, vorlesen soll, und die Kinder
waren hellauf begeistert.

Meine Wahl für die Vorstellung war auf das Märchen "Die schlaflose Prinzessin"
gefallen. Während ich dieses vorlas, lauschten die Kinder ganz neugierig und
betrachteten die Bilder vor ihnen. Auch die Lehrerin sagte, dass die Kinder
überaus ruhig und aufmerksam gewesen seien. Anschließend gab sie den Schülern
dann die Aufgabe, eine Situation zu malen, in der sie selbst nicht einschalfen
konnten und ihren eigenen Weg dafür gefunden hatten. Diese Bilder stellten
sie dann vor und es waren wirklich tolle Sachen dabei. So schmuste ein Mädchen
mit ihrem Hasen und einer der Jungs begann vor dem Schlafen schon mal mit dem
Träumen. Mit den Geschwistern zu reden - oder Kissenschlachten auszutragen - 
waren ebenso mögliche Lösungen für die Kinder, wie zu zocken oder fernsehn zu
sehen. Oder es half einfach, sich in die weiche Decke zu kuscheln und den
Geräuschen zu lauschen. Worin sich alle Kinder aber einig waren, war, dass die
Eltern doch eine große Rolle spielten. So, wie die Prinzessin in der Geschichte
erst bei ihrer Mutter richtig entspannen kann, half auch dieser Klasse das
Wissen, dass ihre Eltern da waren. Und auf die eine oder andere Art über ihren
Schlaf wachten. Das fand ich überaus schön. Und ich habe mich sehr gefreut,
dass ich diese aufgeweckte und neugierige Klasse kennen lernen durfte.
Es hat mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass sie sich vielleicht ein
bisschen von meinem Besuch mitnehmen konnten, darüber, wie Bücher entstehen.

 

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